Obi-Bindegürtel

Ich habe einen Bindegürtel aus Nappaleder genäht. So einen wollte ich schon lange mal haben und das Schnittmuster aus der Burda Style 10/2015 #117 war genau das, was ich mir dabei vorgestellt hatte. Ich habe nur die Schnitteile in Gr. 36 ohne Nahtzugabe zugeschnitten und dann mit 1,5 cm Nahtzugabe genäht, weil ich den Gürtel etwas schmaler und zierlicher haben wollte. Mein Gürtel ist außerdem ‘doppelt’, d.h. ich habe ihn aus zwei verschiedenen Ledern (eine Seite in Nussbraun, eine mit leichtem Goldschimmer) verstürzt, da mir die von Burda vorgeschlagene einlagige Verarbeitung mit festgeklebten Nahtzugaben auf der Rückseite nicht so gefiel. Dann hätte der Gürtel ja nur eine schöne Seite..

Das Kleid ist übrigens dieses hier.

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Dass die Lederverarbeitung so ihre Tücken hat, ist mir dabei auch aufgefallen. Zum Beispiel kann man keine Stecknadeln verwenden, da das ja erstens kleine bleibende Löcher hinterlässt und man zweitens die Stecknadeln auch nur sehr schwer durch das Leder bekommt (hatte ich mir doch erst gedacht, dass kleine Löcher in der später unsichtbaren Nahzugabe ja nicht so schlimm wären).

Ganz ohne Heften ging es auch nicht, da die glatten Seiten des Leders beim Nähen schnell gegeneinander verrutschen. Schließlich habe ich mir mit Tesafilm beholfen, das funktioniert ganz gut – man sollte nur aufpassen, wenn man auf der rechten Seite des Leders klebt: Da habe ich mir bei dem einen Leder die Farbe ein bißchen abgelöst.

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Damit der Nähmaschinenfuß auf der rauhen Seite des Leders besser rutscht, habe ich immer einen Streifen Folie mitgenäht.

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Der Folienstreifen lässt sich nach dem Nähen ganz leicht entfernen.

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Die Enden und eine komplette lange Seite des Gürtels habe ich dann zusammengenäht und den Gürtel gewendet. Das ging erstaunlich gut, obwohl ich erst Bedenken hatte, dass das Leder das Wenden in den Ecken nicht mitmacht. Dann wollte ich gerne noch die Kanten knappkantig absteppen, um die verbliebene offene Seite zu schließen. Das hat leider gar nicht geklappt. Heften mit Tesafilm ging ja jetzt leider nicht mehr, da das Tesafilm auf der rechten Seite vom Leder die Farbe mitgenommen hätte und ohne Heften hat sich das eine (etwas weichere) Leder beim Nähen gegen das andere (etwas festere) Leder verzogen.  Wenn man genau hinsieht sieht man jetzt leider die zurückgebliebenen Löcher von der Naht, aber da es von weitem kaum ins Auge fällt und ich den Gürtel noch retten wollte, habe ich dann doch noch zum von Burda empfohlenen Textilkleber gegriffen und den Gürtel einfach zusammengeklebt. Für einen ersten Ledernähversuch bin ich damit ganz zufrieden, sollte ich nochmal was aus Leder nähen, würde ich die Nahtzugabe aber ganz knapp zurückschneiden, die drückt sich beim dem weicheren Leder doch etwas durch.

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